Futtermittelvereinbarung

Fast alle Lebensmittelkrisen bei tierischen Veredlungsprodukten wurden durch zugekaufte Futtermittel ausgelöst. Milch und Milchprodukte konnten ihr gutes Image als unbelastete und natürliche Lebensmittel in einer vollwertigen Ernährung erhalten. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, woher die Futtermittel bezogen werden. Dazu tritt ab 01. Januar 2016 ein aktualisierter QM-Milch Standard 2.0 in Kraft, der die bisher gültige, regionale Futtermittelvereinbarung der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ablöst (siehe "Neuerungen in der Futtermittelvereinbarung").  
 

Was sind Aflatoxine?

Aflatoxine sind ein Stoffwechselgift des Schimmelpilzes Aspergillus flavus. Sie gelten als sehr giftig und stellen bei Aufnahme größerer Mengen ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar.

Eine Belastung der Milch mit Aflatoxin M1 könnte durch Verfütterung von Milchleistungsfutter mit Schimmel enthaltenen Komponenten aus subtropischen oder tropischen Exportländern (z.B. Palmkernschrot, Kokusexpeller, Erdnußmehl, Paranüsse, Maiskleber) verursacht werden.

Das Aflatoxin B1 im Futtermittel wird über den Stoffwechsel der Kuh in Aflatoxin M1 umgewandelt und zu etwa 1 bis 3 % mit der Milch ausgeschieden.

Für den Aflatoxin-Gehalt in Milch gibt es zwei Grenzwerte. Nach der Aflatoxin-Verordnung liegt die zugelassene Höchstmenge für Konsummilch bei 0,05 µg Aflatoxin M1 pro kg Milch. Nach der Diätverordnung ist für Säuglings- und Kindernahrung eine Höchstmenge von 0,01 µg Aflatoxin M1 pro kg Milch einzuhalten.

Die rheinland-pfälzische Aflatoxin-Vereinbarung hat in den Jahren ihres Bestehens dafür gesorgt, dass bei allen Milchuntersuchungen ausschließlich Messwerte gefunden wurden, die dem unteren Grenzwert entsprachen. Die rheinland-pfälzische Milch hatte demnach – bezogen auf den Aflatoxin M1-Gehalt – Babynahrungsqualität!

Die Futtermittelvereinbarung sieht die Überwachung und Einhaltung der Grenzwerte vor.

 

Z U  B E A C H T E N

Als Vorsorgemaßnahmen für die Erzeugung von Milch, die frei von unerwünschten Stoffen ist, empfehlen wir dringend folgende Hinweise zu beachten:

1. Beziehen Sie Milchleistungsfutter ausschließlich von Herstellern, die auf der bundeseinheitlichen Liste der QS Qualität und Sicherheit GmbH für Milchviehfuttermittel zugelassen sind.

2. Wenn Sie Milchleistungsfutter oder Einzelfutter bei anderen Herstellern beziehen, sollten Sie sich bestätigen lassen, dass die Normen der Vereinbarung

  • Aflatoxin B1 – Richtwert : 1 ppb im für Milchkühe bestimmten Futtermittel.
  • Dioxinähnliche PCB: Es gilt der gesetzliche Aktionsgrenzwert, derzeit 0,5 ppt in Mischfutter.
  • Dioxin: Es gilt der gesetzliche Aktionsgrenzwert, derzeit 0,5 ppt in Mischfutter.
  • Nichtdioxinähnliche PCB: Es gilt der gesetzliche Höchstgehalt, derzeit 10 ppb.

eingehalten werden!

3. Füttern Sie kein Rindermastfutter an Milchvieh! Für Rindermastfutter ist der gesetzliche Grenzwert um das zehnfache höher bei Aflatoxin B1.

4. Bewahren Sie Lieferscheine und Rechnungen von Futtermittellieferungen bis zu einem Jahr nach der Verfütterung auf.

5. Dokumentieren Sie den Einsatz betriebseigener Futtermittel.

Milcherzeuger und Molkereien stehen in der Verantwortung, der Milch ihren guten Ruf als unbelastetes und natürliches Lebensmittel für eine gesunde Volksernährung zu erhalten! Um Schäden für einzelne Milcherzeuger und für unsere Molkereiunternehmen vorzubeugen und um das Ansehen unserer heimischen Produkte beim Verbraucher zu erhalten, bitten wir dringend um Einhaltung der obigen Hinweise.

Veranstaltungstermine

  • 28.05.2017 - 11.00 Uhr

    Auftritt der Milchkönigin
    66606 St. Wendel
    Bauern-, Handwerker- und Winzermarkt

  • weitere Veranstaltungen »
  • © Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V.
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    Tel. 0671 - 88 60 250 • Fax 0671 - 88 60 255 • E-Mail: info@milag.net