Grußwort von Milchkönigin Anne anlässlich der Milchwirtschaftlichen Jahrestagung 2025

Anne Schmillen trägt seit einem Jahr die Krone als 3.Milchkönigin Rheinland-Pfalz-Saar. Seitdem ist viel passiert. In ihrem Grußwort zur Milchwirtschaftlichen Jahrestagung 2025 lässt sie das Jahr Revue passieren. Hier finet ihr die Rede zum Nachlesen.

 Sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich sehr, so viele bekannte Gesichter wieder zu sehen. Wenn ich heute hier stehe, kann ich es selbst kaum glauben:
Ein Jahr ist vergangen, seit ich zur Milchkönigin von Rheinland-Pfalz und dem Saarland gewählt wurde. Ein Jahr, das verflogen ist, als wäre die Wahl erst ein paar Monate her - und doch ein Jahr, das so viele Momente, Begegnungen und Erfahrungen in sich trägt, dass es sich manchmal anfühlt, als wären es gleich mehrere Jahre gewesen. 

Ich erinnere mich noch gut an den Moment meiner Wahl - die Freude, die Aufregung, aber auch den großen Respekt vor dieser Aufgabe. Denn ich wusste: Dieses Amt bedeutet Verantwortung. Verantwortung für ein Produkt, das für so viele von uns mehr ist als ein Lebensmittel - es ist ein Stück Heimat, ein Stück Identität. Und es bedeutet auch Verantwortung für die Menschen, die hinter dieser Milch stehen: Unsere Landwirte, unsere Familien, unsere Betriebe. 

In diesem ersten Jahr durfte ich erleben, was es wirklich heißt,die Stimme der Milch und der Landwirtschaft zu sein. Ich durfte auf Bühnen stehen, Interviews geben, und auf Festen sprechen - aber die schönsten Momente waren immer danach. Wenn man mit den Menschen ins Gespräch kommt. Mit den Landwirten, die offen erzählen, was sie bewegt, wo der Schuh drückt,und die auch mal ehrlich sagen, was sie sich wünschen würden - von der Politik, von den Verbrauchern, und manchmal auch einfach vom Leben. Diese Gepräche haben mir unglaublich viel gegeben. Sie haben mir gezeigt, wie stark, wie zäh und gleichzeitig wie herzlich unsere Landwirtschaft ist.

Ich erinnere mich an Abende, an denen wir nach einer Veranstaltung noch zusammenstanden und einfach geredet haben. Über das Wetter, die Ernte, über Sorgen und Hoffnungen. Dieses Jahr durften wir uns ja zum Glück vielerorts über gute Ernten freuen - und das war, finde ich, ein Moment des Aufatmens, des Stolz seins. Denn wir alle wissen: Hinter jedem vollen Silo, hinter jedem vollen Milchtank, stecken unendlich viel Arbeit, Schweiß und manchmal auch schlaflose Nächte. 

Aber nicht nur mit Landwirten, auch mit Verbraucherinnen und Verbrauchern durfte ich in Kontakt kommen. Ein ganz besonderes Erlebnis war dabei für mich die Grüne Woche in Berlin. Dort habe ich gemerkt, wie groß das Interesse an unserer Landwirtschaft eigentlich ist - aber auch, wie viele Missverständnisse es manchmal gibt. Und genau da sehe ich meine Aufgabe: Brücken bauen. Zwischen Stadt und Land, zwischen Konsument und Produzent. Viele Menschen wissen heute gar nicht mehr, wie viel Herzblut, Wissen und Verantwortung in einem Glas Milch stecken. Wenn ich einem Kind erklären darf, wie eine Kuh lebt, oder einer Familie erzähle, was Nachhaltigkeit auf einem Hof wirklich bedeutet - dann spüre ich, dass ich etwas bewegen kann. Und wenn am Ende ein kleines Lächeln oder ein "Das wusste ich gar nicht!" kommt, dann ist das für mich der schönste Dank. 

Ein weiteres Highlight waren die Landfrauentage.Dort durfte ich Frauen kennenlernen, die das Herz der Landwirtschaft sind. Frauen, die noch echte Landfrauen sind - die anpacken, die mitgestalten, die Gemeinschaft leben. Ich war beeindruckt von ihrer Herzlichkeit, ihrem Wissen und ihrem Zusammenhalt. Und ja - auch von ihren legendären Kuchen! Manche Rezepte wurden mit Sicherheit schon von Generation zu Generation weitergegeben, und jedes Stück schmeckte nach Geschichte, nach Familie, nach Zuhause. Ich glaube, ich habe selten so viele gute Kuchen auf einmal gegessen - und auch so viel gelacht.

Natürlich war nicht immer alles leicht. Ich habe gelernt, dass man als Milchkönigin nicht jeden überzeugen kann - und das ist auch in Ordnung. Manche Menschen sind kritisch, manche skeptisch. Aber wenn ich es geschafft habe, jemanden zum Nachdenken zu bringen - jemanden, der vielleicht später beim Einkaufen bewusst zur regionalen Milch greift - dann habe ich meiner Meinung nach schon etwas erreicht. Denn Veränderung beginnt im Kopf - und manchmal reicht schon ein Gespräch, ein ehrliches Wort, ein Lächeln. 

Was mich in diesem Jahr besonders berührt hat, ist die Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wurde. Ob auf einem kleinen Fest, Veranstaltungen oder einer großen Messe wie in Berlin - überall habe ich gespürt, dass mein Amt nicht nur ein Titel ist, sondern eine Herzensaufgabe. Ich durfte mit so vielen wunderbaren Menschen sprechen, in so viele Regionen reisen, in so viele Herzen schauen. Und ich durfte stolz unsere Landwirtschaft vertreten - mit allem, was sie ausmacht: Ihrer Vielfalt, ihrer Stärke und ihrem unerschütterlichen Glauben an die Zukunft. 

Dafür möchte ich heute Danke sagen. Danke an alle, die mir vor einem Jahr ihr Vertrauen geschenkt haben - das Vertrauen, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ohne dieses Vertrauen wäre all das, was ich in diesem Jahr erleben durfte, nicht möglich gewesen. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass mir so viel Rückhalt, Mut und Unterstützung entgegengebracht wurde. Dieses Vertrauen hat mich getragen - bei jedem Auftritt, bei jedem Gespräch, in jedem Moment, in dem ich spüren durfte: Ich darf unsere Landwirtschaft vertreten, weil viele an mich glauben. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Danke an alle, die mich auf Veranstaltungen so herzlich empfangen, die mich mitgenommen haben bei ihren Gedanken. Die mir gezeigt haben, was Leidenschaft bedeutet. Danke an die Milag, an die Verbände, an meine Begleiterinnen und Begleiter, die mich unterstützen, motivieren und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und danke an meine Familie und Freunde, die immer hinter mir stehen und mich unterstützen - auch wenn der Terminkalender mal wieder überquillt. 

Dieses Jahr hat mich nicht nur als Milchkönigin, sondern auch als Mensch wachsen lassen. ich habe gelernt, mutig zu sein, spontan, offen. Ich habe gelernt, dass Zuhören oft wichtiger ist als Reden. Und ich habe gelernt, dass wir alle zusammen - egal ob groß oder klein, jung oder alt - etwas bewegen können, wenn wir an unsere Sache glauben. 

Ich freue mich auf ein zweites Jahr im Amt - mit neuen Aufgaben, neuen Begegnungen und vielleicht auch neuen Herausforderungen. Aber ich gehe es mit Freude an. Denn ich weiß, ich bin nicht allein. Ich habe eine starke Gemeinschaft hinter mir - Menschen, die an die Landwirtschaft glauben, die an unsere Milch glauben, und die Tag für Tag ihr Bestes geben. 

Zum Schluss möchte ich sagen: Milch ist für mich nicht einfach nur ein Getränk. Sie steht für das, was uns verbindet - für Herkunft, für Vertrauen, für Lebensfreude und für Gemeinschaft. Und sie erinnert uns daran, dass wir Teil von etwas Größerem sind - einer Landwirtschaft, die mit Herz arbeitet und unser Land prägt. 

Ich bin stolz und dankbar, dieses Amt der Milchkönigin vertreten zu dürfen - und ich freue mich auf das, was noch kommt. Vielen Dank für dieses wundervolle erste Jahr - und auf ein ebenso starkes, herzliches und gemeinschaftliches zweites Jahr!