Milchwirtschaftliche Jahrestagung 2014 –

Zahlreiche Auszeichnungen für rheinland-pfälzische und saarländische Landwirte und Molkereien

Der Vorsitzende der Milchwirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V. (Milag), Michael Horper, begrüßte über 250 Besucher zur diesjährigen Milchwirtschaftlichen Jahrestagung am 25. Oktober 2014 in der Europahalle in Trier. Zu den zahlreichen Gästen gehörten die bäuerlichen Delegierten der Milag-Mitgliederversammlung, die Mitglieder der Molkereifachverbände sowie zahlreiche Ehrengäste – an ihrer Spitze Ministerin Ulrike Höfken (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (Mainz)) und Dr. Arnold Ludes (Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Saarbrücken)). Einladende Organisationen waren die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz e.V., die Landesvereinigung der Milchwirtschaft des Saarlandes e.V. und der Landesverband Westdeutscher Molkereifachleute und Milchwirtschaftler – Gruppe Rheinland-Pfalz und Gruppe Saarland.

Die Gedanken und Gespräche der Anwesenden kreisten in diesem Jahr um den Wegfall der Milchquote 2015. Zahlreiche Akteure – darunter Präsident Klaus Fontaine (Bauernverband Saar e.V.), Michael Horper (Vorsitzender der Milag), Norbert Schindler (Präsident der Landwirtschaftskammer) sowie Leo Blum (Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.)- sehen darin Chancen für die Branche, die genutzt werden können, wenn das gute Image der Milch auch von der Politik nach außen getragen wird.

Ministerin Höfken betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig die rheinland-pfälzische Milchwirtschaft in den grünlandstarken Mittelgebirgsregionen von Eifel, Hunsrück, Hochwald, Westerwald, Westpfalz und Taunus mit den wenigen ökonomischen Produktionsalternativen ist. Dort existieren rund 2.000 Milchviehbetriebe mit insgesamt knapp 120.000 Milchkühen und einem Produktionspotential von etwa 830.000 t Milch sowie zwei Genossenschaftsmolkereien mit gut 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Milchverarbeitungsmenge von weit über 3 Mio. t (mehr als 10% der nationalen Milcherzeugung). Sie sieht den Wegfall der Milchquote als kritisch an. Der gleitende Ausstieg sollte den Übergang erleichtern, wird jedoch durch den russischen Importstopp belastet. Die EU hat allerdings schnell reagiert und unterstützende Maßnahmen, wie z.B. die Förderung der privaten Lagerhaltung und Programm zur Absatzförderung, eingeleitet, die sie voll und ganz unterstützt. Eine Entbürokratisierung sieht sie zwar in manchen Bereichen als sinnvoll an, kann den Anwesenden jedoch keine Versprechen geben. Heutzutage ist die Bürokratie ein Teil des Jobs geworden.

Festvortrag „Lebensmittel & Werbung – doppelte Moral der Hersteller oder der Verbraucher? Handlungsoptionen in der medialen Überflussgesellschaft“

Prof. Dr. Ulrich Nöhle (u.a. Medientraining Food&Feed, Honorarprofessor Qualitätsmanagement TU Braunschweig) erläuterte in seinem Vortrag den Einfluss der Medien auf die Meinungsbildung der Verbraucher. Durch die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten Informationen über das Internet zu erhalten und zu verbreiten, können schnell Lebensmittelskandale entstehen, die in Wahrheit gar keine sind. Akteure der Lebensmittel- und Futtermittelwirtschaft müssen ihre Prozesse auf technische und rechtliche Richtigkeit überprüfen, sollten aber die Transparenz sämtlicher Abläufe gewährleisten. Nur so kann man im Krisenfall die notwendige Offenlegung schnell kommunizieren und eventuellen Verdunklungsvorwürfen zuvorkommen. Neben der Transparenz der einzelnen Abläufe ist die Herstellung der gesellschaftlichen Akzeptanz der tatsächlichen Prozesse wichtig. Interessierte Verbraucher müssen die Möglichkeit erhalten das von der Werbung geprägte Image der Lebensmittelherstellung mit der Realität der Industrieproduktion in Einklang zu bringen. Das Fazit des Vortrags: Die Realität muss von den Herstellern kommuniziert werden, bevor es ein anderer tut. Falls das nicht möglich ist, muss sie eben geändert werden.

Ehrungen

Ministerin Ulrike Höfken (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten) und leitender Ministerialrat Dr. Arnold Ludes (Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz) zeichneten zusammen mit dem Milag-Vorsitzenden Michael Horper und der Rheinland-Pfälzischen Milchkönigin Vera Schückler 20 rheinland-pfälzische und saarländische Landwirte für eine hervorragende Milchqualität im Jahr 2013 aus. Voraussetzungen für die Ehrungen sind neben einer hervorragenden Milchqualität die Teilnahme an der freiwilligen Milchleistungs- und Qualitätsprüfung, eine positive Beurteilung des Erscheinungsbildes des Betriebes durch das Molkereiunternehmen sowie ein überdurchschnittliches Ergebnis bei den Qualitätsmanagement-Milch Audits. Eine Stallplakette erinnert die Milchbauern, aber auch die Verbraucher, zukünftig an den Erfolg.

 

 

 

 

Von der Arla Foods Deutschland GmbH, Pronsfeld, wurden geehrt:

 

 

 

 

 

 

 Peter Hans aus Winterscheid (Kreis Bitburg-Prüm)

Karl-Heinz Baur aus Bleialf (Kreis Bitburg-Prüm)

Werner-Wilhelm Jobelius aus Olzheim (Kreis Bitburg-Prüm)

Johann-Josef Winandy aus Irrhausen (Kreis Bitburg-Prüm)

Schares GbR aus Olmscheid (Kreis Bitburg-Prüm)

Winfried und Johannes Hermes aus Lauperath (Kreis Bitburg-Prüm)

Michael Laumers aus Reiff (Kreis Bitburg-Prüm)

Alois Hansen aus Oberlauch (Kreis Bitburg-Prüm)

Raimund Dreymüller aus Nohn (Kreis Daun)

Friedrich Foesges aus Meisburg (Kreis Daun)

 

 

 

 

Von der Hochwald Milch eG, Thalfang, wurden geehrt:

 

 

 

 

 

 

 Erwin Ziegler aus Landsweiler-Lebach (Kreis Saarlouis)(nicht auf dem Bild)

Schifferer und Stephan GbR aus Blieskastel-Altheim (Saar-Pfalz-Kreis)

Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle aus Münchweiler (Donnersbergkreis)

Thomas und Tobias Zimmer GbR aus Matzenbach-Gimsbach (Kreis Kusel)

Klaus Schares aus Wiersdorf (Kreis Bitburg-Prüm)

Daun GbR aus Kyllburgweiler (Kreis Bitburg-Prüm)

Luther GbR aus Brücken (Kreis Birkenfeld)

Rainer Scherer aus Hollnich (Rhein-Hunsrück-Kreis)

Kemper-Leidig GbR aus Katzwinkel (Kreis Altenkirchen)

Ehrenstein GbR aus Dierdorf-Giershofen (Kreis Neuwied)

Auszeichnung der Molkereien

Ein weiterer Höhepunkt der Milchwirtschaftlichen Tagung war die Auszeichnung der Molkereiunternehmen für ihre hervorragenden Qualitätsleistungen.

Ministerin Ulrike Höfken verlieh Staatsehrenpreise für beste Qualitätsleistungen an die beiden rheinland-pfälzischen Molkereiunternehmen. Die Arla Foods Deutschland GmbH erhielt 18 Staatsehrenpreise in Gold und die Hochwald Foods GmbH 11 Staatsehrenpreise in Gold für die höchste Durchschnittspunktzahl bei den amtlichen Qualitätsprüfungen in den letzten zwei Jahren. Ebenso vergab die Vertreterin des Ministeriums 4 (Arla) bzw. 3 (Hochwald) Staatsehrenpreise in Silber für die höchste Durchschnittspunktzahl im letzten Jahr (2013).

Die ehrenamtlichen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden der Arla, Ignaz Hontheim und Stefan Fiedler, sowie Anton Streit für Hochwald nahmen stellvertretend für alle rheinland-pfälzischen Landwirte Kammerpreismünzen in Gold für sehr gute Leistungen bei der Sicherung der Qualität in der Anlieferungsmilch vom Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer Heribert Metternich entgegen. Die Landwirtschaftskammer vergibt Kammerpreismünzen nur, wenn die Qualität den hohen Ansprüchen der Bestimmungen für die Landesprämierungen entsprechen.

Dr. Wirtz (Geschäftsführer der Milag) nahm die Auszeichnung der Molkereiunternehmen durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) vor. Im Zentrum der Qualitätsprüfungen standen sensorische Analysen der Lebensmittel, aber auch Verpackungs-, Kennzeichnungs- und Zubereitungsprüfungen und chemische, physikalische und mikrobiologische Tests. Von den 98 aus Rheinland-Pfalz zur Prüfung eingesandten Erzeugnissen wurden 99 % prämiert, wovon 96 % mit einem goldenen Preis der DLG ausgezeichnet wurden. Rheinland-Pfalz lag damit an 1. Stelle bei den Goldenen Preisen unter den Flächenländern im Bundesgebiet.

Verabschiedung Dr. Werner Dahmen

Zum kommenden Jahreswechsel scheidet Ministerialrat Dr. Werner Dahmen altersbedingt aus dem Staatsdienst im Mainzer Landwirtschaftsministerium aus. Nach dem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Bonn und einer Referendariatsausbildung zum höheren landwirtschaftlichen Dienst, die er 1977 mit dem 2. Staatsexamen abschloss, arbeitete er als Berater an der Landwirtschaftsschule in Prüm. 1984 wechselte er in das Landwirtschaftsministerium nach Mainz, wo er mit der Einführung der Garantiemengenregelung betraut wurde. „Ich kam mit der Milchquote, und mit mir geht sie“, so Dr. Dahmen zu seinem baldigen Ruhestand. Er begleitete die rheinland-pfälzische Milchwirtschaft über 30 Jahre lang durch Höhen und Tiefen. Für seine zahlreichen Verdienste dankte ihm Michael Horper, Vorsitzender der Milag, in Vertretung für alle rheinland-pfälzischen Milchwirtschaftler und Milchbauern am Rande der Veranstaltung.

 

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