Kühe, Milch und mehr für Schulen– 2 Fortbildungen für Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz durchgeführt

Insgesamt 30 Lehrkräfte nutzten im Juni im Kreis Ahrweiler und im Kreis Bernkastell-Wittlich die Chance sich über das Lebensmittel Milch weiterzubilden. Mittelpunkt der Veranstaltungen war immer ein Rundgang über einen Milchviehbetrieb. Der Bauernhofbesuch steht mittlerweile im Lehrplan, denn das Leben auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gehört für fast alle Schülerinnen und Schüler nicht mehr zum Alltag.

2 Milchbauern – 2 landwirtschaftliche Systeme
14 Lehrkräfte von der Grund- bis zur berufsbildenden Schule besichtigten im Rahmen der Fortbildung am 09. Juni 2016 zwei Milchviehbetriebe im Kreis Ahrweiler zum Thema „Facetten der Milchviehhaltung“. Die Landwirte sind zwar häufig spezialisiert auf die Milchproduktion, es existieren jedoch trotzdem verschiedene Systeme.
Karsten Krause ist mit seinem Betrieb in Lederbach neben der Milcherzeugung noch in der Aufzucht tätig. Auf dem großen Betrieb mit insgesamt etwa 470 Tieren (330 Milchvieh und 150 Nachzucht) leben drei Generationen: Karstens Mutter hilft noch regelmäßig auf dem Hof mit, die Kinder sind in der Zucht und bei Schauen aktiv. Der Schwerpunkt dieses Veranstaltungsteils lag auf Tierwohl und Kuhkomfort. Die Familie zeigte anschaulich, dass es den Tieren in ihren Ställen gut geht. Um seinen Betrieb zu präsentieren, stahl sich der Landwirt extra 1 Stunde Zeit – bei einer gemeinsamen Erdbeermilch (zubereitet mit Milch vom Hof) verabschiedete er sich auf den Traktor, um vor dem nächsten Regen noch Silo einzufahren.
Im Gegensatz zum Betrieb Krause betreibt Jürgen Radermacher in Glees einen Mischbetrieb ohne Nachzucht. Er profitiert von den guten Böden der Region und kann deshalb Verluste bei einem Preisverfall eines Produktes leichter ausgleichen. Auch hier lebt die ganze Familie mit und von der Landwirtschaft – zusätzlich dazu noch ein Helfer mit Frau und Kind. Die 66 Kühe werden mit einem Melkroboter gemolken. Deshalb lag der Fokus hier auf der Technik im Stall.
Am Nachmittag erläuterte André Nolden (Melktechnikspezialberater vom Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz-Saar e.V.) die unterschiedlichen Ausprägungen von Stallbau und Melkstand in Rheinland-Pfalz. Die Vorstellung der vielfältigen Milchkontrollen erstaunten viele Teilnehmer. Dabei wurde deutlich, weshalb Milch als das am Besten untersuchte Lebensmittel gilt. Brigitta Poppe (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel) hob den gesundheitlichen Nutzen von einer ausgewogenen Ernährung mit Milchprodukten und deren multikulturelle Vielfalt hervor.
Insbesondere die Besichtigung der Betriebe (die Kühe und der Melkroboter) hatten es den Lehrkräften angetan. Viele planen einen Besuch mit ihrer Klasse. Das Fazit fiel positiv aus – „Wiederholenswert! Auch für andere Kollegen.“, so ein begeisterter Teilnehmer. 

Von der Milcherzeugung zur Milchkontrolle bis zum Milchunterricht in der Schule
Am 14. Juni 2016 trafen sich 16 interessierte Lehrkräfte in der Molkerei Hochwald Foods GmbH in Thalfang, um mehr über das Grundnahrungsmittel Milch zu erfahren.
Den Vormittag verbrachte die Gruppe auf dem Tannenhof in Malborn bei Vera und Thomas Steinmetz. Das engagierte Landwirtsehepaar führte die Teilnehmer mitten unter ihre Tiere und lies sie fleißig mitarbeiten. „Die Kühe machen nichts. Sie kommen nur näher, um gestreichelt zu werden.“, so Thomas Steinmetz zu den staunenden Lehrern, die sich Auge in Auge mit den Kühen wiederfanden. Später freuten sich die Kühe besonders über den Besuch der Lehrkräfte, als diese Futter in den Futtergang geben durften.
Dr. Norbert Wirtz (Geschäftsführer Landeskontrollverband – LKV- Rheinland-Pfalz-Saar e.V. sowie Milag) erläuterte nach dem Mittagessen die unterschiedlichen Milchkontrollen, die unabhängig im Labor des LKVs durchgeführt werden. Dabei wunderten sich die Lehrkräfte insbesondere über die Zusammensetzung des Milchpreises. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Teilnehmer der Meinung, dass der Landwirt ausschließlich nach Milchmenge bezahlt wird. Dass Zusammensetzung und Qualität der Milch auch eine Rolle spielen, überraschte viele. Martin Diederich übernahm die anschließende Führung durch das Labor inklusive der Vorstellung der hochmodernen Maschinen, die 600 Proben pro Stunde verarbeiten können.
Anschließende zeigten Hannelore Jacobi (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel, DLR), Hiltrud Schappert und Yvonne Riede (beide Milag) in einem Workshop, wie man mit wenig Aufwand das Thema Milch im Unterricht umsetzen kann. Insbesondere der Einsatz der (in Zusammenarbeit mit der i.ma entstandenen) Milchmappen für den Unterricht und das „ABC der Lebensmittel“ (Angebot des DLR) fanden großen Anklang: „Davon werde ich bestimmt etwas umsetzen. Toll, dass man die Materialien ohne großen Aufwand direkt nutzen kann!“